Funktioniert eine PVT-Wärmepumpe auch bei -12 °C? Wie leise ist das System tatsächlich? Und sind die Mehrkosten gegenüber anderen Heizlösungen gerechtfertigt?
Wer sich für eine PVT-Wärmepumpe interessiert, möchte nicht nur technische Daten lesen. Entscheidend ist, wie sich das System in einem echten Wohnhaus und über einen kompletten Winter bewährt.
Bruno Lüdemann kann genau davon berichten. Der Maschinenbauingenieur hat sein eigenes Haus mit einem PVT-System von Triple Solar ausgestattet.
Acht PVT-Module auf dem Dach dienen als Wärmequelle für eine 5-kW-Wärmepumpe. Ein klassisches Wärmepumpen-Außengerät mit Ventilator gibt es nicht.
Nach seinem ersten Winter – mit Temperaturen bis zu -12 °C – zieht Lüdemann im Interview Bilanz.
Das PVT-Projekt auf einen Blick
| Merkmal | Projekt Bruno Lüdemann |
|---|---|
| Gebäude | Doppelhaushälfte |
| Baujahr | 2004 |
| Wohnfläche | ca. 120 m² |
| Heizlast | ca. 5 kW |
| Modulanzahl | 8 PVT-Module von Triple Solar |
| Leistung der PVT-Wärmepumpe | ca. 6 kW |
| Vorherige Heizung | Gastherme |
| Besonderheit | Kein klassisches Außengerät vor dem Haus, komplett geräuschlos |
| Tiefste Temperatur im ersten Winter | ca. -12 °C |
Das Haus befindet sich energetisch weitgehend auf dem ursprünglichen Stand des Baujahrs, den Lüdemann bereits als vergleichsweise gut einschätzt. Seit 2022 modernisiert er schrittweise die Gebäudetechnik.
Für ihn ist PVT dabei nicht nur privat interessant. Beruflich beschäftigt er sich intensiv mit Gebäudetechnik und der Wärmewende und hatte die Technologie bereits einige Jahre zuvor auf einem wissenschaftlichen Gebäudetechnikkongress kennengelernt.
Trotzdem hat er sich nicht einfach für irgendein PVT-System entschieden. Gerade die unterschiedlichen technischen Bauarten hat er kritisch betrachtet.
Warum eine PVT-Wärmepumpe statt einer neuen Gasheizung?
Die alte Gastherme stammte noch aus dem Jahr 2004 – und machte zunehmend Probleme. Unter anderem musste nach einem Defekt der Wärmetauscher ausgetauscht werden.
Für Lüdemann war klar: Die Heiztechnik musste grundlegend erneuert werden.
Gleichzeitig spielten weitere Faktoren eine Rolle:
- die langfristige Entwicklung der Gaspreise
- steigende CO₂-Kosten
- die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern
- der Wunsch nach einer zukunftsfähigen Wärmepumpenlösung
Doch sein Grundstück brachte eine zusätzliche Herausforderung mit sich: Die Häuser stehen relativ dicht beieinander.
Lüdemann wollte vermeiden, dass ein Wärmepumpen-Außengerät mit Ventilator irgendwann zum Geräuschthema mit der Nachbarschaft wird.
Genau hier sah er einen entscheidenden Vorteil der PVT-Technologie.
„Es gibt eben kein Außengerät, es gibt keinen Ventilator vorm Haus oder hinterm Haus, es gibt keine Geräuschquelle, sondern die Module auf dem Dach sind das Außengerät und arbeiten völlig geräuschlos.“
Wie laut ist das PVT-System wirklich?
Die kurze Antwort aus Lüdemanns Erfahrung:
Draußen hört er von den PVT-Kollektoren nichts.
Bei seinem PVT-System wird die Umweltwärme ohne ein klassisches Außengerät mit Ventilator aufgenommen. Die Wärmequelle befindet sich stattdessen auf dem Dach.
Die Wärmepumpe selbst steht im Hauswirtschaftsraum. Auch dort empfindet Lüdemann die Geräuschentwicklung nicht als problematisch.
Selbst wenn die Pumpe mit hoher Leistung läuft, stellt sie nach seiner Erfahrung bei geschlossener Tür in den angrenzenden Räumen keine Störung dar.

Warum war die Lautstärke für ihn so wichtig?
✅ Enge Bebauung mit wenig Platz auf dem Grundstück
✅ Nachbarhäuser in unmittelbarer Nähe
✅ Keine Geräuschquelle im Außenbereich gewünscht
✅ Vermeidung möglicher Konflikte
Warum PVT-System von Triple Solar?
Lüdemanns anfängliche Skepsis richtete sich nicht grundsätzlich gegen PVT.
Vielmehr beschäftigte ihn als Ingenieur eine konkrete Frage: Welche PVT-Bauart kann auch im Winter genügend Energie als Wärmequelle bereitstellen?
Bei Triple Solar überzeugte ihn vor allem der Aufbau der PVT-Kollektoren.
Für ihn war die große Wärmetauscherfläche technisch entscheidend. Seine Überlegung: Eine entsprechend dimensionierte Fläche sollte auch bei niedrigen Außentemperaturen ausreichend Umweltenergie für die Wärmepumpe bereitstellen können.
Der zweite wichtige Punkt war die Kombination aus PVT-Kollektoren und Wärmepumpe als aufeinander abgestimmtes System.

Braucht eine PVT-Wärmepumpe Sonne zum Heizen?
Nein. Das von Lüdemann eingesetzte PVT-System ist für die Wärmeaufnahme nicht auf direkte Sonneneinstrahlung angewiesen.
Das wird verständlicher, wenn man die zwei Funktionen des PVT-Kollektors getrennt betrachtet:
Photovoltaik:
Die Vorderseite nutzt Sonnenlicht zur Stromerzeugung.
Thermischer Kollektor:
Der Luftwärmetauscher dient als Wärmequelle für die Wärmepumpe und nimmt Energie aus der Umgebungluft auf.
Damit kann der thermische Teil auch Umweltenergie bereitstellen, wenn keine direkte Sonne auf die Module scheint.
PVT gewinnt Wärme anders als klassische Solarthermie. Der Lamellentauscher auf der Rückseite gewinnt Wärmeenergie aus der Umgebungsluft – zu jeder Tages- und Jahreszeit.
Der Härtetest: Heizen mit PVT-Wärmepumpe bei -12 °C
Im ersten Winter mit PVT-System kam es zur Nagelprobe.
Die Temperaturen fielen nach Lüdemanns Angaben auf rund -10 °C und in der Spitze auf etwa -12 °C.
Wie hat sich die PVT-Wärmepumpe geschlagen?
Die PVT-Wärmepumpe heizt zuverlässig. Ohne Einschränkung, sodass er sein Fazit nach dieser Kälteperiode als sehr gut beschrieb.

„Ich bin wunderbar mit diesem System über den Winter gekommen.“

Monitoring: Die PVT-Wärmepumpe immer im Blick
Ein modernes Heizsystem sollte für Lüdemann nicht einfach unbemerkt im Keller arbeiten. Deshalb war ihm ein gutes Monitoring wichtig.
Die Betriebsdaten seines PVT-Systems kann er per App online einsehen – auch wenn er gerade nicht zu Hause ist. Nach eigener Aussage schaut er praktisch täglich auf die Werte in der My Triple Solar App.
Damit kann er beispielsweise nachvollziehen, ob das PVT-System funktioniert und wie es sich unter unterschiedlichen Bedingungen verhält.
Wie lief die Installation vom PVT-System?
Bei der Installation gab es eine Besonderheit: Auf dem Haus befand sich bereits seit 2022 eine PV-Anlage in Ost-West-Ausrichtung.
Für die neue PVT-Anlage musste deshalb zunächst Platz geschaffen werden.
Der Ablauf in vier Schritten:
- Ein Teil der bestehenden PV-Anlage wurde vom Hausdach genommen.
- Lüdemann montierte diese Module anschließend auf seinem Carport.
- Auf der frei gewordenen Dachfläche wurden die PVT-Module installiert.
- Die Wärmepumpe wurde anschließend im Haus installiert und mit den Kollektoren verbunden.
Eine vorhandene Dachdurchführung der alten Gastherme konnte genutzt werden, um die Leitungen des PVT-Systems ins Gebäude zu führen.
Die Wärmepumpe selbst wurde einige Wochen später installiert. Lüdemann erhielt eines der ersten Geräte der neuen Wärmepumpengeneration und musste deshalb zunächst auf die Lieferung warten.
Auch für das ausführende Team hatte das Projekt teilweise Lerncharakter – beispielsweise beim Anschließen, Befüllen und Entlüften des PVT-Kreislaufs.
Mit der fertigen Installation zeigt sich Lüdemann sehr zufrieden.
Lohnt sich ein PVT-System wirtschaftlich?
Hier wird Lüdemann bewusst vorsichtig.
Eine pauschale Amortisationsrechnung hält er für wenig aussagekräftig.
Fest steht: Ein PVT-Modul ist im direkten Vergleich mit einem reinen PV-Modul teurer.
Doch genau dieser Vergleich greift aus seiner Sicht zu kurz.
Denn ein PVT-System gewinnt nicht nur Wärme für Heizung und Warmwasser, es produziert auch Solarstrom.
Was sollte man deshalb miteinander vergleichen?
| Zu kurz gegriffen | Aussagekräftiger |
|---|---|
| PVT-Modul vs. PV-Modul | Gesamtes PVT-Wärmepumpensystem vs. alternative Heizlösung + Solaranlage |
| Nur Anschaffungspreis | Investition + Förderung + Betriebskosten |
| Nur PV-Leistung oder Heizleistung | Stromerzeugung + Funktion als Wärmequelle |
| Nur Amortisationszeit | Kosten + Komfort + Platz + Geräuschsituation + Unabhängigkeit |
PVT-Erfahrungen nach dem ersten Winter: Vorteile und Punkte zum Abwägen
Was Lüdemann überzeugt:
✅ Keine Geräuschquelle im Außenbereich
✅ Wärmeaufnahme auch ohne direkte Sonneneinstrahlung
✅ Zuverlässiger Heizbetrieb durch den ersten harten Winter
✅ Photovoltaik und Wärmegewinnung auf derselben Dachfläche
✅ Online-Monitoring der PVT-Anlage per App
✅ Keine Gasheizung mehr gebraucht
✅ Aufeinander abgestimmtes PVT-Wärmepumpensystem
Was Interessenten berücksichtigen sollten
➡️ PVT-Module unterscheiden sich in Funktion und Aufbau voneinander
➡️ Das Gesamtsystem muss individuell dimensioniert werden
➡️ PVT ist teurer als reine Photovoltaik
➡️ Kosten sollten mit kompletten alternativen Heizsystemen + Solaranlage verglichen werden
➡️ Die Erfahrungen eines Hauses sind nicht automatisch auf jedes Gebäude übertragbar
Für wen kann eine PVT-Wärmepumpe interessant sein?
Eine PVT-Wärmepumpe kann besonders interessant sein, wenn mehrere Anforderungen zusammenkommen.
Zum Beispiel wenn …
- eine Wärmepumpe gewünscht ist,
- ein klassisches Außengerät vermieden werden soll,
- das Grundstück eng bebaut ist,
- ohnehin Photovoltaik auf dem Dach geplant wird,
- die Dachfläche gleichzeitig als Wärmequelle genutzt werden soll,
- oder eine Alternative zu einer fossilen Heizung gesucht wird.
Ob PVT für ein konkretes Gebäude tatsächlich die passende Lösung ist, muss individuell geprüft werden.
Ein Erfahrungsbericht wie der von Bruno Lüdemann zeigt, wie PVT unter realen Bedingungen in einem konkreten Gebäude funktioniert. Er ersetzt jedoch keine individuelle Planung.
Passt eine PVT-Wärmepumpe zu Ihrem Haus?
Die Erfahrungen bei diesem Projekt zeigen, wie sich ein PVT-System unter realen Bedingungen schlägt. Doch kein Haus ist wie das andere. Kollektorfläche, Wärmepumpenleistung und Wärmeverteilung sollten deshalb passend zum jeweiligen Gebäude geplant werden.